Häuser mit Tangdächern auf Læsø | Visitlaesoe

Häuser mit Tangdächern auf Læsø

Über lange Zeit hinweg hatte man auf der Insel weder Holz noch Stroh, dafür aber jede Menge Seegras und Treibholz. Das Holz wurde für das Fachwerk der Häuser und Seegras für das Eindecken genommen. Das war keine schlechte Sache, denn beide Baumaterialien waren vom Salzwasser imprägniert und verliehen dem Haus eine jahrhundertelange Lebensdauer.

Das Eindecken mit Tang

Um ein Haus mit einem Tangdach zu versehen, waren viele Leute erforderlich. Geleitet wurde das Ganze von einem Vormann, dem ein Helfer zur Seite stand. Eine Schar von Frauen drehte lange, tropfenförmige Tangbündel zusammen, die am Ende eine Art Stiel bildeten, während eine der Frauen die Bündel durch Stampfen mit den Füßen verdichtete.

Die ‚Stiele’ wurden um die drei unteren Dachlatten gewickelt und auf den so entstehenden dicken Wulst wurde loser Tang gelegt. Nachdem sich alles etwas gesetzt hatte, kam der First an die Reihe. Hierzu wurden Grassoden am Strand gestochen, die – bei fachgerechter Arbeit – mit dem Torf verwuchsen.

Niedergang für tanggedeckte Häuser

Anfang des 20. Jh. waren die meisten Häuser auf Læsø mit Tang gedeckt. Heute gibt es nur noch 19 derartige Häuser, von denen 11 unter Denkmalschutz stehen.

Da das Seegras in den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts von einer Krankheit befallen wurde, erschwerte dies die Instandhaltung der Dächer. An neue Dächer war gar nicht zu denken, denn dafür waren viele Wagenladungen notwendig. Man schätzt, dass für das Hofgebäude, in dem sich heute das Museum befindet, seinerzeit etwa 540 Wagenladungen gebraucht wurden.

Eines der ‚7 Wunder’ in Nordjütland 

Um die übrig gebliebenen 19 Häuser für die Nachwelt zu erhalten, muss etwas getan werden, denn es wäre schade, wenn die imposanten Dächer bald nicht mehr auf Læsø zu sehen wären. Dass sie im Jahre 2007 zu einem der ‚7 Wunder in Nordjütland’ ernannt wurden, nährt die Hoffung auf Mittel für ihre Erhaltung.

Interessiert an tanggedeckten Häusern?

Dann sollten Sie beim Museum „På Lynget” beginnen, das sich im Zentrum der Insel etwas östlich von Byrum befindet. Es ist in einem ehemaligen, vierflügeligen Hofgebäude mit einem sehr eindrucksvollen Tangdach untergebracht.

Von hier aus geht es weiter zu Hedvigs Hus, das an der Straße Linievejen nicht weit von Østerby liegt. Es gehört ebenfalls zum Læsø Museum und wurde in den letzten Jahren restauriert.

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Strandungen

Nach einem Sturm kletterten viele Inselbewohner auf ihr Dach und hielten Ausschau nach gestrandeten Schiffen. Der Dachfirst war nämlich so breit, dass man mit einem Stuhl darauf sitzen konnte. Strandungen waren für sie durchaus gewinnbringend, denn sie konnten Treibholz einsammeln und bekamen Lohn für Bergungsarbeiten.

Material für Matratzen

Gleich nach dem 2. Weltkrieg kamen niederländische Händler auf die Insel, um Tang von den alten Dächern zu kaufen. Der wurde nämlich für Seegrasmatratzen gebraucht.