Die Læsø-Fähre | Visitlaesoe

Die Læsø-Fähre

Die Schiffsroute Læsø - Frederikshavn – eine kurze Rückblende

Hinsichtlich Læsøs Verbindung zum Festland könnten Bücher geschrieben werden. Nachfolgende kurze Rückblende vermittelt eine Information über 7 Schiffe und 4 Anlegeplätze, welche grundlegende Elemente im Zusammenhang mit  Læsøs Verbindung zur Außenwelt waren und weiterhin sind.

Vor 1872: Es gab von jeher Schiffsverbindungen zwischen Læsø und dem Festland. Die Bewohner der Insel mussten hinaus und wieder zurück. Die Beamten zogen mit ihrer Familie und ihrem Hausrat hin und zurück. Neugierige besuchten die Insel, um zu sehen was dort geschah. Informationsaustausch und Postrouten funktionierten ebenfalls, denn das Reich musste ja Verbindung zu den Außenbereichen halten. All diese Aufgaben wurden mit offenen Segelschiffen und tüchtigen Seeleuten, die Gewässer und Anlegeplätze am offenen Strand kannten, durchgeführt.

1872: Der Hafen von Vesterø ist fertiggestellt und kann nun mit dem neu gebauten Decksboot „Ane Margrethe“ für die Postroute Læsø – Frederikshavn genutzt werden., Chr. Kiel Larsen, ein Bewohner von Læsø, ist Eigentümer des Bootes und er betreibt die Route die nächsten 15 Jahre ohne einen einzigen Tag Ausfall durch Krankheit.

1887: Am 1. Mai wird der Dampfer S/S „Læsø“ (1) der von 2 Læsøbewohnern neu gegründeten Dampfschiffgesellschaft  auf der Route zwischen Læsø und Frederikshavn eingesetzt. Das Decksboot wird aber nicht ganz überflüssig, da es künftig als Ersatz für den Dampfer zur Verfügung stehen soll.

1908: Der Hafen von Vesterø wird mit einem neuen Bassin gegen Norden hin erweitert. Der Anlegeplatz des Læsødampfers wird zum neuen Bassin verlegt, wo auch ein neues Packhaus errichtet wurde. Dies ist der feste Platz des Dampfers bis zum Jahre 1971.

1918: Am 20. September berichtet die Zeitung, dass die Eigentümer der S/S „Læsø“ (1) den Vertrag mit der Post gekündigt haben, da die Reederei rote Zahlen einfährt.

1918: Dienstag, der 26. November, ist ein großer Tag in Læsøs neuerer Geschichte. Es ist der Tag, an dem der Gründungsvertrag der Anteils-Dampfschifffahrtsgesellschaft Læsø geschlossen wird.

1918: Am Dienstag, dem 10. Dezember läuft die,  sich in Privatbesitz befindende, S/S „Læsø“ (1) zu ihrer letzten Tour aus. Am darauffolgenden Tag übernimmt die neugegründete Anteilsgesellschaft die Route mit dem Motordecksboot „Edith“ von Læsø.

1919: Am Montag, dem 17. März setzt die Anteils-Dampfschifffahrtsgesellschaft Læsø zum ersten Mal ihr neues, eigenes Schiff S/S Læsø (2) auf der Route Læsø-Frederikshavn ein.

1928: Der Dampfer S/S „Læsø“ (2) der Reederei benötigt allmählich eine Ablösung. Die Schiffs-bauer in Frederikshavn bauen die S/S „Læsø“ 3 und der neue Dampfer übernimmt noch 1928 die Route. Dieser neue Dampfer, der u.a. mit roten Plüschsofas ausgestattet war, versieht 33 Jahre lang treu seinen Dienst, welches ein Rekord in der Geschichte der Reederei ist.

1945: Das Direktorat für Versorgung mit Waren und Gütern erlaubt dem Læsø-Dampfer die Übernahme von 17.020 kg Kohle, die von den Deutschen nach Kriegsende hinterlassen wurden, zu einem Preis von DKK 1.378,62. Die Kohle sollte seinerzeit im Zusammenhang mit einer Kanonenbatterie in der Nordmark angewendet werden.

1947: S/S „Læsø“ (3) wird in der Svanemølle-Werft in Kopenhagen auf Antrieb mit Öl umgebaut. Dadurch wird künftig mehr Platz für Autos frei.

1966: Die Reederei muss erkennen, dass die nur 5 Jahre alte M/S „Læsø“ (4) bereits zu klein ist und nicht den derzeitigen Anforderungen entspricht. Es ist eine Fähre erforderlich, auf der man am einen Ende hinauffahren kann und am anderen Ende wieder herunter. Zudem soll die Fähre mit 2 Decks ausgestattet sein, eines für Fahrzeuge und eines für Salons. Glücklicherweise hat die kleine Insel Anholt Bedarf für ein Schiff und die Insel Ærø hat ein perfektes Schiff zu viel. Somit erhält Læsø seine erste Fähre, die M/F „Læsø“ (5).

1971: Allmählich werden die Platzverhältnisse zu Land und im nördlichen Bassin des Hafens, das 1908 geschaffen wurde, zu eng. Der Hafen von Vesterø wird mit einer Fähranlegestelle im neu gebauten Außenhafen erweitert. Hier hat die M/F „Læsø“ (5) ihren festen Platz bis sie 1981 von der größeren Fähre M/F „Læsø“ (6) abgelöst wird.

1981: Die neue Fähre, die für DKK 33 Mill. von der Ørskovs Schiffswerft in Frederikshavn gebaut wurde, ist das bisher schönste Schiff mit reichlich Platz in den komfortablen Salons.

1997: Samstag, der 14. Juni ist ein Festtag auf Læsø. Mehr als die Hälfte der Bewohner haben sich am Vesterø Hafen versammelt, wo die umgebaute Fähre M/F „Læsø“ (6) auf den Namen „Ane Læsø“ umgetauft wird und die ganz neue Fähre „Margrete Læsø“ (7) die neue Fähranlegestelle, die zweite im erweiterten Außenhafen, einnimmt.

2000: Am 10. April wird die Anteils-Dampfschifffahrtsgesellschaft von 1918 aufgelöst. Zuvor waren die Rechte usw. an die neue Fährgesellschaft Læsø I/S übertragen worden.

Nach 2010: Eines ist sicher – auch nach 2010 wird eine Læsø-Fähre täglich ab.... fahren, ja, so sicher ist es nun wiederum nicht mehr. Soll der Hafen von Vesterø weiterhin Anlaufstelle sein? Oder soll ein neuer Hafen im Südwesten weiter draußen am Ende eines Dammes gebaut werden?

Vielleicht gar bei Nordre Rønner? Liegt Frederiks-havn am Ende der Route oder ist es vielleicht Sæby oder gar ein ganz anderer Hafen? Die Zukunft wird es sicherlich zeigen. Doch eines ist todsicher: Es wird eine tägliche Fährverbindung nach Læsø geben!

 

Frede Bak

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